Ich und die Meinen

Ich und die Meinen

Herzlich willkommen!

So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!

Sonntag, 24. März 2013

Palfi liebt Magalie Vaé!


Tolle Stimme, tolle Figur - und sie ist Französin! Gerüchteweise fährt Onkelchen nächste Woche nach Paris. Vielleicht trifft er sie ja!

Dienstag, 12. März 2013

Konklave-Blog Tag 2: Schwarzer Rauch


Der gestrige erste Wahlgang hat ja noch kein Ergebnis gebracht…

Ja, aber das war auch keine Überraschung. Ein bisschen überrascht war ich über das Ausmaß des schwarzen Rauches, der da aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle quoll. Ich denke, die Kardinäle überlassen diesmal nichts dem Zufall und arbeiten mit Rauchkartuschen, damit das Ergebnis eindeutig und für jeden nachvollziehbar ist. Ich hoffe, dass auch der weiße Rauch so eindeutig sein wird, wie es gestern der schwarze war. Aber nochmal zum ersten Wahlgang: Wenn man schon im ersten Wahlgang zu einem Ergebnis gekommen wäre, dann hätte schon etwas ganz besonders Ungewöhnliches passieren müssen. Das Einzige, was ich mir hätte vorstellen können, was zu so einem Ergebnis hätte führen können, wäre eine Wiederwahl Benedikts gewesen. Du merkst an der Zahl der Konjunktive im letzten Satz, dass das an der Grenze des Wahrscheinlichen gelegen hätte.

Die Frage, die sich jeder stellt, ist: Wie lange wird das Konklave dauern?

Andreas Englisch, der Papstbiograph und langjährige Vatikankorrespondent, hat in einem Interview gesagt: Am Donnerstag werden wir einen neuen Papst haben. Ich habe vorgestern gesagt: Spätestens am Freitag werden wir Klarheit haben. Ich will aber nicht ausschließen, dass es schneller gehen kann.

Also heute?

Ich will nichts beschreien! Aber es gab in der Vergangenheit Papstwahlen, die eine merkwürdige Eigendynamik entwickeln. Das erste Konklave des Jahres 1978 war ein solches. Ich bin mir zwar nicht sicher, wie weit man den Aufzeichnungen von David A. Yallop trauen kann, der in seinem Buch „Im Namen Gottes?“ eine Chronik des Konklaves aufzeigt, in dem Albino Luciani zum Papst Johannes Paul I. gewählt wurde. Aber einige Punkte darin scheinen mir plausibel zu sein. Erstmal ist es wichtig, dass ein Kandidat mit einer Startrampe von zwanzig bis dreißig Stimmen ins Konklave geht. Wenn das im ersten Wahlgang eines Konklaves der Fall ist, dann kommt es darauf an, diese Basis im Laufe der Abstimmungen weiter auszubauen. Im Konklave wird ja solange gewählt, bis es passt. Bis eine Zweidrittel-Mehrheit erreicht ist. Dann darf man nicht vergessen, dass die Teilnehmer des Konklaves ja auch gemeinsam zum Abend- und Mittagessen gehen oder fahren. Da tauscht man sich aus, da werden Koalitionen geschmiedet. Da kann es aber auch sein, dass sich die Fronten bilden: Nein, den nicht – den müssen wir verhindern. Bei Luciani war es offenbar so, dass er auf relativ breite Unterstützung der italienischen Kardinäle zählen konnte, die den konservativen Giuseppe Siri nicht wollten. Und dann bekam das Ganze eine Eigendynamik, eine regelrechte Sogwirkung. Luciani wollte sicher nicht Papst werden, er galt auch nicht als einer der Papabili der ersten Reihe. Aber einige der italienischen und europäischen Kardinäle müssen dann, als es in die letzten Abstimmungen ging, ebenso unauffällig wie effektiv für ihn geworben haben. Luciani wusste nicht, wie ihm geschah. Wenn man den Berichten Glauben schenken mag, soll er gestammelt haben „Möge der Herr euch verzeihen, was ihr mir angetan habt“, bevor er die Wahl annahm. Benedikt XVI. ist es ganz ähnlich ergangen, das Ergebnis kam so schnell und eindeutig, dass er sich nicht wehren konnte.

Es gibt ja den Wunsch nach einem Papst aus der Dritten Welt. Wie wahrscheinlich ist das?  

Schwer zu sagen. 2005 hat es auch deshalb nicht geklappt, weil es zu schnell ging, weil es mit 
Ratzinger einen eindeutigen Favoriten gab und weil die Kardinäle aus der sogenannten Dritten Welt sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnten. Diesmal ist zwar das Konklave nach dem Rücktritt Benedikts schneller zusammengetreten als 2005 nach dem Tod Johannes Pauls, aber die Übergangszeit war länger, da Benedikt seine Abdankung bereits am 11. Februar bekanntgegeben hatte. Das heißt, die Kardinäle aus der Dritten Welt hätten länger Zeit gehabt, sich auf die Situation einzustellen. Ich bin mir relativ sicher, dass unter den Wahlberechtigten aus Lateinamerika die Drähte einigermaßen heiß gelaufen sind. Vorausgesetzt, sie finden einen gemeinsamen Kandidaten. Das ist ja die Crux der Sache. Ich würde mal sagen: Je länger das Konklave geht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Papst aus der Dritten Welt sehen werden. Das muss aber nicht heißen, dass es nicht schon heute klappen könnte.     

Was sagt dein Gefühl?

Ganz schwierig. Ich denke, es ist irgendwie logisch, das irgendwann ein Papst aus der sogenannten Dritten Welt kommen muss, weil dort die Kirche wächst, während sie hier stagniert und schrumpft. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, sind die Wünsche und Erwartungen, die hierzulande mit einem Papst aus Lateinamerika, Afrika oder Lateinamerika verknüpft sind. Es gibt ja in Deutschland bei diesem Konklave ganz offensichtlich den Wunsch nach einer Art Neustart. Offen gestanden, sehe ich das nicht. Man muss bedenken: Die Kardinäle, die hier abstimmen, sind allesamt von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. in ihre Positionen berufen worden. Da ist kein Dissident darunter, der eine völlig neue Richtung einschlagen würde. Zumindest sehe ich keinen. Und gerade die Vertreter aus Lateinamerika, Afrika und Asien sind in Bezug auf die Morallehre tendenziell eher noch konservativer als die europäischen Kardinäle. Gerade in Lateinamerika ist Opus Dei sehr stark. Ich kann mir vorstellen, dass ein Papst aus der sogenannten Dritten Welt für interessante Impulse sorgen wird. Ob es aber die sind, die sich die reformhungrigen Christen in Deutschland wünschen – zum Beispiel Priesterehe, Frauenordination – darauf würde ich nicht wetten.   

Montag, 11. März 2013

Konklave-Blog Tag 0: Extra omnes!



Hallo Onkelchen. Morgen geht es also los mit dem Konklave. Bist du schon sehr gespannt?

Wie ein Flitzbogen. Es geht jedesmal eine unglaubliche Spannung von diesem ernsten und erhabenen Ritual aus, in dem der Oberhirte der katholischen Kirche bestimmt wird. Es ist ein wohltuender Anachronismus, dass die wahlberechtigten Kardinäle sich für ein paar Tage in vollständige Isolation zurückziehen, um in Kontemplation den nächsten Papst zu wählen.

Wer wird es denn nun?

Das kann niemand sagen. Es gibt zwar Namen, die immer wieder gehandelt werden – Erzbischof Angelo Scola aus Mailand, der brasilianische Kardinal Odilo Scherer, der kanadische Kurienkardinal Marc Ouellet, daneben auch Peter Turkson aus Ghana, dessen Aktien aber in den letzten Tagen laut Presse wieder etwas nachgelassen haben sollen. Aber es ist nicht gesagt, dass es einer von diesen vieren werden wird. Es kann auch ein Kardinal zum Papst gewählt werden, an den jetzt noch keiner denkt.

Wie lange wird das Konklave denn dauern?

Ich lehne mich mal ganz frech aus dem Fenster und sage: Bis spätestens Freitag ist die Sache entschieden.

Ehrlich? Es ist doch immer wieder davon die Rede, dass es ein ganz besonders schwieriges Konklave sein wird, weil die Kirche doch vor so vielen Problemen steht.

Das bestreite ich auch gar nicht. Aber es hat auf der anderen Seite nie ein Konklave gegeben, das wirklich einfach gewesen wäre. Nehmen wir das zweite Konklave von 1978: Zwei etwa gleich starke Lager, auf der einen Seite die eher reformorientierten, die Kardinal Benelli unterstützten, auf der anderen die Traditionalisten, die Kardinal Siri aus Genua favorisieren. Nach dem ersten Tag stellt sich heraus, dass keiner der beiden aus dem jeweils anderen Lager genug Stimmen ernten kann, damit es für die nötige Zweidrittelmehrheit reicht. Ein langes Konklave droht. Dann beginnt eine Gruppe von Kardinälen unter Führung des Wiener Erzbischofs Franz König am Abend damit, sich für einen Kompromisskandidaten stark zu machen. Die Gruppe um König nimmt Kontakt zu dem Warschauer Erzbischof Wyszynski auf. Der lehnt ab, aber die Gruppe um König hat einen anderen Kandidaten im Visier, einen für vatikanische Verhältnisse jungen Kardinal namens Karol Wojtyla. Beim nächsten Wahlgang zeigt sich, dass es König gelungen ist, eine ansehnliche Anzahl von Stimmen für Wojtyla zu sammeln. Noch reicht es zwar nicht, aber von diesem Augenblick an gewinnt das Konklave eine Eigendynamik, die dazu führt, dass die zuvor festgefahrenen Fronten bröckeln und immer mehr Kardinäle für Wojtyla stimmen. Der Rest ist Geschichte.

So könnte es zumindest gewesen sein…

Ja, genau. Genaues weiß man natürlich nicht, da die Kardinäle bei Strafe der Exkommunikation zu absolutem Stillschweigen vergattert sind. Aber es gibt viele Quellen, die dafür sprechen, dass sich die Ereignisse, die zu Wojtylas Wahl führten, sich so oder ähnlich zugetragen hatten.

Als könnte man sagen: Je länger das Konklave dauert, desto besser sind die Chancen für einen Außenseiterkandidaten?

Jein. Albino Luciani wurde im ersten Konklave 1978 im vierten Wahlgang, also noch am ersten Tag, gewählt, obwohl ihn kaum einer der sogenannten Vatikan-Experten auf der Rechnung hatte.

Wie war das möglich?

Im ersten Konklave 1978 ging man ja noch wie selbstverständlich davon aus, dass auf jeden Fall ein Italiener Papst werden würde. Luciani war derjenige, der am wenigsten Ballast mitbrachte, der keinem der beiden Lager eindeutig zuzurechnen war und deshalb auch für die meisten Nicht-Italiener tragbar war. Die wollten in der Mehrheit keinen ausgewiesenen Traditionalisten wie Siri, gleichzeitig war Luciani aber auch für einige der konservativen Kardinäle akzeptabel.

Wie läuft denn ein Konklave ab?

Nun ja, zunächst einmal hinter verschlossenen Türen, deshalb heißt es auch Konklave, zu Deutsch: Mit den Schlüsseln. Denn die Kardinäle werden quasi eingeschlossen und dürfen ihr Exil erst verlassen, wenn der neue Papst bestimmt ist. Wenn wir beide vor Ort wären, würden wir bald vor Langeweile gähnen. Denn jeder der bis zu vier Wahlgänge, die an einem Tag stattfinden, folgt demselben Schema: Die Kardinäle schreiben mit verstellter Handschrift den Namen des von ihnen bevorzugten Kandidaten auf einen Wahlzettel, auf dem  vorgedruckt steht: ELIGO in SUMMUM PONTIFICEM (ich wähle zum höchsten Brückenbauer). Dann wird einer nach dem anderen aufgerufen, jeder schwört, wenn er vortritt, dass er denjenigen gewählt hat, der nach seiner Meinung am besten geeignet ist, der neue Papst zu werden. Das ist eine langwierige Prozedur, und viele Kardinäle, die ihre Stimme bereits abgegeben haben oder noch darauf Warten, verbringen diese Übergangszeit im Gebet. Wenn alle ihre Stimmzettel abgegeben haben, wird gezählt, und zwar so, dass drei anwesende Kardinäle bei der Zählung zum selben Ergebnis kommen müssen. Bei der Auszählung wird der Name jedes Kandidaten, der auf den Wahlzetteln steht, laut ausgerufen. Die Kardinäle können somit, wenn sie mögen, Strichlisten führen, um den Gang der Abstimmung zu verfolgen, müssen aber diese Unterlagen nach der Wahl vernichten. Steht eine Zweidrittelmehrheit fest, dann wird der siegreiche Kandidat gefragt, ob er die Wahl annimmt. Ist dem so, dann werden die Wahlzettel in einem Ofen verbrannt, und den Wahlzetteln wird eine Chemikalie beigefügt, die den Rauch weiß werden lässt. Wurde keine Mehrheit erzielt, dann werden die Wahlzettel entweder einfach so verbrannt oder es wird noch etwas Ruß beigemischt, damit der Rauch auch schwarz erscheint. Und wenn der weiße Rauch aufsteigt, ertönen auch die Glocken des Petersdomes.

Wow.

Oft ist es so, dass das Konklave nach den ersten Wahlgängen so etwas wie eine Eigendynamik entwickelt. Dann kann es passieren, dass ein Kardinal, der zunächst nur bei etwa zwanzig Stimmen lag, dann plötzlich 45 oder 50 bekommt und im darauffolgenden Wahlgang dann die Entscheidung fällt. Der entsprechende Kandidat hat dann allerding sehr oft nur sehr wenig Zeit, sich auf diese Situation einzustellen. Da kann es sein, dass man am frühen Morgen noch ganz gelöst ind Konklave geht und am Nachmittag ist man schließlich Papst!

Ich denke, du wolltest sicher noch etwas sagen…

Jawohl: Extra omnes! Mit diesen Worten werden die Türen hinter den Kardinälen geschlossen, und damit ist das Konklave dann eröffnet.